Neue Suche | Filtern: von bis  

(a) mit dem Kopf durch die Wand wollen (23✕) 

Formale Varianten in Wörterbüchern

  • mit dem Kopf durch die Wand wollen (Borchardt).

  • mit dem Kopf durch die Wand laufen (DWB – ‚laufen‘).

  • mit dem Kopf durch die Wand wollen (DWB – ‚wand‘).

  • mit dem Kopf durch die Wand rennen (WddU – ‚Kopf‘).

Diachrone Angaben dazu in Wörterbüchern

  • WddU – ‚Kopf‘: „Seit dem 15. Jh.“

  • WddU – ‚Kopf‘: „1600 ff.“

  • WddU – ‚Kopf‘: „Seit dem 16. Jh.“

Transformationen

Das Phrasem wird in den Belegen folgendermassen verwendet:

  • 95,7% im Aktiv (A) / 0% im Passiv
  • 78,3% in positiver Form (+) / 21,7% in negierter Form
  • 100% als Aussage / 0% als Frage (?)
  • 60,9% satzwertig (S) / 39,1% satzteilwertig

Bedeutungen

  • (a) mit heftigkeit, rücksichtslos etwas durchsetzen (14✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • Adelung: alles mit Gewalt durchsetzen wollen

    • DWB – ‚durchfahren‘: mit heftigkeit, rücksichtslos etwas durchsetzen

    • DWB – ‚durch‘: seine absicht, sein vorhaben durchsetzen

    • DWB – ‚kopf‘: trotzig, zornig, wütend, sinnlos gegen einen widerstand losgehen, auf etwas bestehen

    • DWB – ‚kopf‘: wenn ers mit gewalt durchsetzen will

    • DWB – ‚laufen‘: der hartnäckige

    • DWB – ‚kopf‘: von einem der kein hindernis gelten lassen will

    • WddU – ‚Kopf‘: seinen Willen trotz aller Widerstände durchsetzen

  • (b) etwas unmögliches durchsetzen wollen (9✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • Borchardt: seine Absicht verwirklichen wollen trotz unüberwindlicher Schwierigkeiten', wobei man sich freilich leicht den Kopf einrennen kann.

    • DWB – ‚wand‘: etwas unmögliches durchsetzen wollen

    • DWB – ‚wand‘: etwas unmögliches durchaus durchsetzen wollen

    • Duden 11 – ‚Kopf‘: sein Vorhaben trotz offensichtlich unüberwindbarer Hindernisse [gewaltsam] durchsetzen wollen

    • LdSpR – ‚Kopf‘: trotz unüberwindlicher Schwierigkeiten seine Absicht durchsetzen wollen

    • WddU – ‚Kopf‘: Unmögliches durchsetzen wollen und dabei zwangsläufig scheitern. Ein anschauliches Bild vom unausbleiblichen Mißerfolg unvernünftigen Wollens.

    • WddU – ‚Kopf‘: etw erzwingen wollen

  • In den Belegen wird das Phrasem zu 95,7% idiomatisch  und zu 4,3% wörtlich  gebraucht
  • In 4,3% der Belege wird der phraseologische Gebrauch metasprachlich angezeigt
  • Explizite Hinweise auf die Bedeutung des Phrasems finden sich in 0% der Belege

Gebrauch

Das Phrasem kommt in folgenden Textsorten vor:

  • (a) Fachtext: 4,3%
  • (b) Belletristik: 95,7%
  • (c) Zeitungs-/Zeitschriftentext: 0%

Das Phrasem wird in folgenden sprachlichen Kontexten verwendet:

  • (a) konzeptionell mündlicher Kontext: 65,2%
  • (b) konzeptionell schriftlicher Kontext: 34,8%

Beschreibung der kulturhistorischen Entwicklung

Angaben in Wörterbüchern

  • LdSpR – ‚Kopf‘: „trotz unüberwindlicher Schwierigkeiten seine Absicht durchsetzen wollen. Die übertragene Bedeutung kleidet Bismarck in ein falsches Bild: »Ich werde mit meiner Meinung nicht durch die Wand gehen« (›Reden‹ VII,185). Zu den welfischen Adligen sagt er: »Sie werden sich den Kopf an der Mauer einrennen«, sie werden ihre Pläne und Absichten nicht verwirklichen können.“