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Formale Varianten in Wörterbüchern

  • den Kopf über die Klinge springen lassen (DWB – ‚kopf‘).

Diachrone Angaben dazu in Wörterbüchern

  • WddU – ‚Klinge‘: „1500 ff.“

  • WddU – ‚Klinge‘: „1920 ff.“

  • WddU – ‚Klinge‘: „Seit dem 18. Jh“

  • WddU – ‚Klinge‘: „1950 ff.“

Transformationen

Das Phrasem wird in den Belegen folgendermassen verwendet:

  • 100% im Aktiv (A) / 0% im Passiv
  • 100% in positiver Form (+) / 0% in negierter Form
  • 100% als Aussage / 0% als Frage (?)
  • 100% satzwertig (S) / 0% satzteilwertig

Bedeutungen

  • (a) hinrichten, bes. standrechtlich (1✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • DWB – ‚klinge‘: hinrichten, bes. standrechtlich

  • (b) jmdn. töten (0✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • Adelung: niederhauen, im Kriege

    • DWB – ‚springen‘: ihm das leben nehmen

    • Duden 11 – ‚Klinge‘: jmdn. töten

    • LdSpR: ihn töten

    • WddU – ‚Klinge‘: jn töten, hinrichten

  • (c) jmdn. mit Vorsatz zugrunde richten, ruinieren (1✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • Duden 11 – ‚Klinge‘: jmdn. mit Vorsatz zugrunde richten, ruinieren

  • (d) jm der Stellung entheben; unnachsichtig gegen jn verfahren (0✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • WddU – ‚Klinge‘: der Stellung enthoben werden

    • WddU – ‚Klinge‘: jm der Stellung entheben; unnachsichtig gegen jn verfahren

  • (e) ??? (0✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • WddU – ‚Klinge‘: einem Fußballspieler ein Bein stellen und ihn dadurch zu Fall bringen

  • (f) sterben (0✕) 
    Angaben dazu in Wörterbüchern
    • OLdPhras: -

  • In den Belegen wird das Phrasem zu 100% idiomatisch  und zu 0% wörtlich gebraucht
  • In 0% der Belege wird der phraseologische Gebrauch metasprachlich angezeigt
  • Explizite Hinweise auf die Bedeutung des Phrasems finden sich in 0% der Belege

Gebrauch

Das Phrasem kommt in folgenden Textsorten vor:

  • (a) Fachtext: 0%
  • (b) Zeitungs-/Zeitschriftentext: 0%
  • (c) Belletristik: 100%

Das Phrasem wird in folgenden sprachlichen Kontexten verwendet:

  • (a) konzeptionell schriftlicher Kontext: 50%
  • (b) konzeptionell mündlicher Kontext: 50%

Beschreibung der kulturhistorischen Entwicklung

Angaben in Wörterbüchern

  • DWB – ‚klinge‘: „eig. vom enthaupten, das darin mit fürchterlichem scherz und wahrheit zugleich scharf aufgefaszt ist (springen kann urspr. auch 'tanzen' meinen), ein rechtes stück vom kriegs- und siegshumor unsrer vorfahren“

  • Adelung: „In engerer Bedeutung die Klinge eines Degens“

  • DWB – ‚springen‘: „zu grunde liegt wol dem später stark verblaszten gebrauche die wendung einen über die klinge springen lassen, ihm das leben nehmen; eine noch ganz eigentliche wendung, wie zur leibesübung: über blosse degen springen“

  • Duden 11 – ‚Klinge‘: „Im Gegensatz zu den vorangehenden Wendungen, die aus der Fechtersprache stammen, bezieht sich diese Wendung auf die Hinrichtung durch das Schwert, wobei der Kopf des Hingerichteten über die Klinge zu Boden fällt,“

  • LdSpR: „diese grausam-humorige Umschreibung verwendet das Bild der Hinrichtung durch das Schwert. Strenggenommen ist es nur der Kopf, der über die Klinge springen muß, während der übrige Körper darunter bleibt. Luther trifft den Vorgang des Köpfens noch genauer, wenn er schreibt: »... die ihm den Kopf über eine kalte Klinge hatten hüpfen lassen«. Der ursprüngliche Sinn der Redensart wurde offenbar schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelegentlich mißverstanden, denn in einem fröhlichen ›Feld- und Bauernliedlein‹ aus dem Spanischen Erbfolgekrieg heißt es: || Mit der Klingen | Mach ich oft springen | Franzosen gar vil ... | Sie stehen nit still.“

  • WddU – ‚Klinge‘: „Geht zurück auf den Tod durch Henkershand: der abgeschlagene Kopf macht einen Luftsprung, ehe er niederfällt.“

  • Duden 11 – ‚Klinge‘: „Im Gegensatz zu den vorangehenden Wendungen, die aus der Fechtersprache stammen, bezieht sich diese Wendung auf die Hinrichtung durch das Schwert, wobei der Kopf des Hingerichteten über die Klinge zu Boden fällt.“